Theaterfahrt 2019

Josefschule nimmt Abschied von „ihrer“ Kirche - „Fühlten uns immer geborgen“

Ein Artikel von Oliver Hengst (WN Greven)

Ein letztes mal Fürbitten, ein letztes Vater unser, ein letzter Segen. Die Kinder der Grundschule St. Josef nahmen am Freitag Abschied von „ihrer“ Kirche. Der letzte Schulgottesdienst in diesem Gebäude – ein Anlass, zurück- aber auch vorauszublicken. Auf jeden Fall ein Anlass, um Abschied zu nehmen. Das taten die Kinder am Ende des Gottesdienstes auf ihre Weise. Sie nahmen die Kirche symbolisch in den Arm, bildeten eine Menschenkette, die einmal ums ganze Gebäude reichte.  „Abschied heißt auch Neuanfang“, machte Schulleiterin den Kindern Mut. „Wir freuen uns auch auf die neue Kirche.“ Sie freute sich, dass die komplette Schule anwesend war, auch die muslimischen Kinder. Mit einem „Danke für diesen guten Morgen“ steigen die rund 300 Kinder positiv gestimmt in den Gottesdienst ein. Die Schule war mit allen Jahrgängen regelmäßig zu Gast in der Kirche: Schulgottesdienste, Einschulung, Entlassfeier, Weihnachten, Josefsfest, Aschermittwoch – der Namenspatron war stets präsent.

Pastoralreferent Tobias Bische, der den Gottesdienst am Freitag leitete, strich heraus, dass das Wort Kirche nicht nur das Gebäude meine, sondern auch die Menschen, die sich dort versammeln. „Ihr seid Kirche. Du, du und du. Und deshalb ist es gar nicht so wichtig, wo wir zusammenkommen.“ Ob alte oder neue Kirche, Klassenzimmer oder Pausenhof (ja, auch dort könne man beten): „Wichtig ist, dass wir als Gemeinschaft zusammenkommen. Natürlich ist es schade, dass die Josefkirche abgerissen ist. Und natürlich ist es schön, dass es eine neue Kirche gibt. Aber wichtiger als Steine sind die Menschen.“ Einige Kinder hatten ihre Erinnerungen an wichtige Ereignisse in der Josefkirche in selbst gemalten Bilder festgehalten, andere trugen ihre Gedanken vor. Ein Mädchen erinnert sich noch gut an die Kommunion ihre Bruders „mit all den schönen Liedern. Wir waren festlich gekleidet und haben draußen fangen gespielt.“ Als andere die eigene Einschulung, eine Schulentlassung oder die Sternsingeraktion nannten, werden sie nicht nur für sich gesprochen haben. Ein Junge fasste zusammen: „Hier fühlten wir uns immer geborgen.“ Ein Gedanke, den Busche dankbar aufgriff und mit den Kindern darum bat, dass die neue Kirche ebenfalls „so ein schöner Ort wird wie die Josefkirche“. Bei den Fürbitten fühlten sich die Kinder auch jenen Menschen verbunden, die derzeit kein sicheres Zuhause haben.

Eine symbolische Umarmung zum Abschied: Die rund 300 Kinder der Schule bildeten eine Menschenkette, die einmal um das ganze Gebäude reichte.